Schwerpunktthema:
Die Geister, die ich rief: Bewusstsein und Beziehung im Zeitalter von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz

 

In den letzten beiden Jahren konnte man beobachten, wie in der medialen Berichterstattung die Themen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Robotik zunehmend in den Vordergrund rückten. Seriöse Medien beschäftigen sich sehr differenziert mit unterschiedlichen Aspekten der sogenannten digitalen Revolution und ihren Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Es tauchen dabei Fragen und Probleme auf, mit denen sich die Menschheit bisher noch nie auseinandersetzen musste. Fragen zu menschlichem Bewusstsein waren schon seit der Antike Gegenstand philosophischer Betrachtung, in jüngerer Zeit natürlich auch Forschungsgegenstand von Psychologie und Medizin. Noch nie musste man sich bisher aber mit der Frage beschäftigen, ob der Geist digitalisierbar und gar eine Maschine sein könnte.

Ob z.B. Roboter mit selbstlernender künstlicher Intelligenz ein eigenes Bewusstsein entwickeln können und ob sie sich dann noch an die programmierten Ethikstandards halten würden, und wer würde diese festlegen? Oder bedeutet die potentielle Entwicklung einer uns weit überlegenen Superintelligenz, dass diese ihre ganz eigenen Regeln unabhängig von unseren schaffen und die Menschen dann nur noch eine marginale Rolle spielen, wie unter anderem Steven Hawking und Elon Musk befürchteten? Schon allein die Programmierung des Algorithmus für selbstfahrende Autos bringt Ethiker an ihre Grenzen. Welchen ethischen Maßstäben sollen künstliche Intelligenzen folgen? Die Rasanz der Entwicklung in diesen Bereichen lässt kaum Raum zur Reflektion.

Im Alltag haben wir uns schon an die vielen nützlichen einfacheren KIs gewöhnt, wir benutzen sie ständig und selbstverständlich: Handy, Navigationssysteme, Sprachassistenten, kleine hochleistungsfähige Tabletcomputer, intelligente Programme in unseren Haushaltsgeräten – nicht zu vergessen die bequemen Dienstleistungen von Google, Amazon, Facebook etc.

Es gibt viele Fragen im Zusammenhang mit Digitalisierung und KI und es ist klar, dass dies ein sehr weites Feld ist. Welche Implikationen hat die weitere Entwicklung in diesem Bereich für die Psychotherapie, wie wir sie verstehen, z.B. für die therapeutische Beziehung? Wird diese in Zukunft den hohen Stellenwert für die Wirksamkeit einer Psychotherapie behalten? In welchen Bereichen kann KI therapeutisch genutzt werden? In der Medizintechnik ist die Entwicklung intelligenter Systeme und der Robotik schon weit fortgeschritten z.B. zur Früherkennung von Erkrankungen oder zur Verbesserung operativer Eingriffe. Und seit einiger Zeit wird auch die Wirksamkeit von Apps zur Behandlung psychischer Erkrankungen – z.B. der Depression – erforscht, ebenso wie die Online-Therapie und die Arbeit mit Datenbrillen zur Behandlung von Phobien. Es stellt sich darüber hinaus die Frage, was mit den sensiblen Patientendaten geschieht, wenn solche Apps genutzt werden. Sind diese Daten wirklich sicher?

Auf der nächsten M.E.G.-Jahrestagung werden all diese Fragen in den Mittelpunkt gestellt; freuen Sie sich deshalb auf eine Tagung mit spannenden, hochinformativen und facettenreichen Vorträgen von Vertreter*innen unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen.

Ca. 20 Vorträge und 100 Workshops!

 

Die Geister die ich rief: Bewusstsein und Beziehung im Zeitalter von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz

Artikel von Ludger Kersting zur Jahrestagung 2017

 

Durch Trance die Angst besiegen

 

Ob Schlafstörungen oder Raucherentwöhnung – mittels Hypnotherapie können Patienten bereits nach wenigen Therapiestunden auf nachhaltige Heilung hoffen. Beim jährlichen Hypnosekongress in Bad Kissingen ging es Ende März 2017 rund um die Thematik „Trauma, Konflikte und Kulturen“.

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Filmische Eindrücke von der Jahrestagung 2014

 
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